Hey Leute,
KAYNBOCK, der mit seinem Mixtape “Trümmertetris” Anfang des Jahres für mächtig Wirbel sorgte, sprach in einem Interview über sein Mixtape, das kommende Album, Live-Shows, das Splash, die Freunde von Niemand Tour und Features. Das umfangreiche Interview mit KAYNBOCK könnt ihr euch hier reinziehen:
Vor fast einem halben Jahr kam dein Mixtape “Trümmertetris” als dein erstes Solorelease. Wie war die Resonanz?
Da es mein erstes Release war, ist die Erwartungshaltung logischerweise nicht sonderlich hoch, sodass eine Enttäuschung nicht wirklich möglich war. Es war gedacht als ein „Hallo! Ich bin Kai! Mache auch Musik!“. Als es dann kam, und sehr viele Medien darüber berichtet haben und auch großer szeneinterner Zuspruch da war, hatte sich meine Grunderwartung schon mehr als erfüllt. Yavido nahm mein Video in ihr Programm auf, jegliche Online-Seiten berichtet ohne mein Zutun, das ist für das erste Release halt einfach großartig.
Dennoch kam das für mich beste und wichtigste Feedback von den Leuten, die es gehört haben, also gerne gehört haben. Ich habe richtig krasse Mails bekommen, von Menschen, die sich bei mir bedankt haben und davon sprachen, dass ich damit etwas in Ihnen getroffen habe. Dass sie Trümmertetris spielen wollen, gespielt haben und ich ihnen damit gezeigt habe, wie man seinen zerstreuten Kopf wieder mit Ordnung versieht.
Wie zufrieden bist du im Nachhinein mit dem Mixtape?
Ich schaue auf hohe Downloadzahlen zurück und freue mich täglich über neue Leute, die ihren Weg zu mir und meiner Musik gefunden haben, daher geht alles seinen richtigen Weg.
Das Mixtape würde ich nicht anders machen wollen, ich werde in Zukunft musikalisch ein paar Elemente davon weglassen oder ändern, das war mir aber schon klar, bevor ich es raus gebracht habe. Nur zu dem Zeitpunkt musste die Platte für mich genau so sein, und keine Sorge es wird in Zukunft die selbe Musik bleiben, einfach nur stimmiger.
Neben deinem Mixtape haben deine Auftritte gemeinsam mit Olson Rough für Aufsehen gesorgt. Was war in den letzten Monaten dein persönliches Bühnen-Highlight?
Ich trete mit meinem Lieblingsrapper und besten Freund auf, optimaler geht es halt einfach nicht. Wir haben im vergangenen Jahr so ziemlich JEDEN Auftritt mitgenommen, daher hatten wir zum Teil auch welche in fast leeren Locations in Dörfern, die selbst Menschen vom Dorf zu dörflich sind. Die hatten dennoch ihren Charme und ich will da auch nichts von missen, aber als wir dann plötzlich als Support für Prinz Pi auf der Bühne standen, in Hannover, vor ausverkauftem Haus hatte ich dann, und Olson auch, mein absolutes Bühnen-Highlight. Allgemein war die ganze Tour mit ihm unfassbar für uns, daran sind wir spürbar gewachsen und hatten einfach eine großartige Zeit. Man muss ja bedenken, dass uns oftmals 80% des Publikums nicht kannten, und wir uns jeden Abend die Menge erspielen mussten – genau das motiviert und sorgt für Wachstum. Wir wurden von Auftritt zu Auftritt wehmütiger, weil wir wussten, es ist bald vorbei.
Du wärst auch mit Olson auf der “Freunde von Niemand” Tour gewesen, das fällt nun flach. Wie blickst du auf die Entscheidung?
Wenn etwas nicht passt, sollte man es auch nicht erzwingen. Im Hinblick darauf, dass Touren zu spielen einer der Gründe ist, warum ich Musik mache, und ich besonders Vega sehr schätze ist es natürlich schade. Aber wie gesagt, man kann es nicht erzwingen. Man ist im Guten auseinander, das ist das Wichtigste dabei gewesen.
Was steht in Sachen Live-Support oder sonstigen Festivals in Zukunft an?
Aktuell haben wir nur die „Mile of Style 4“ auf dem Plan, da freue ich mich schon riesig drauf. Das Team konnte ich letztens schon beim „Fensterkonzert“ in Aurich kennenlernen, großartige Jungs.
Sonst haben wir aktuell nichts und freuen uns aufs neue Jahr, da gibt es schon ein paar Pläne.
Aus deinem näheren Umfeld hat es Rockstah vorgemacht, er war auf dem letzten Splash vertreten. Für einen Künstler wie dich, der grundsätzlich sehr viel auf Bühnen unterwegs ist, ein großes Ziel? Wie steht es um die Möglichkeiten nächstes Jahr dort vertreten zu sein?
Nächstes Jahr oder kollektiver Selbstmord.
Ach, ich bin da geduldig, wenn es soweit ist bin ich der glücklichste und betrunkenste Mensch.
Muss alles zu seiner Zeit kommen, man brauch ja auch Dinge, auf die man seine ganze Karriere lang wartet. Hätte Jay-Z direkt im Madison Square Garden gespielt, gäbe es nicht das „Black Album“. Die DVD dazu ist mal am Rande die beste Motivation in der Albumphase.
Du warst auf dem Montez Album vertreten, was steht in Sachen Features noch an? Oder wirst du es wegen deinem Album in der Hinsicht ruhiger angehen lassen?
Ich bin ja eh nicht so der Typ für Features. Wenn ich Songs mache dann, weil ich etwas sagen will und nicht weil jemand anders das möchte. Demnach entstehen Features bei mir, wenn jemand die Aussage/Stimmung des Songs unterstreichen kann oder jemand eine Idee hat, in der ich mich wiederfinde.
Ich kann auch am besten Songs schreiben, wenn ich ein Albumkonzept habe, an dem ich mich entlang hangeln kann, dann passiert alles mit einem bestimmten Ziel und jeder Song bringt einen dahin.
Kurz gesagt – keine Features geplant. Wäre es doch so würde ich es auch nicht sagen, weil Überraschung. Und, weil ist so.
Du arbeitest aktuell an deinem neuen Album, was kannst du schon zu Features oder Produzenten sagen?
Ich arbeite an meinem ERSTEN Album! Ganz großes Wort, spricht sich aus meinem Mund zugleich mit Freude und Angst. Aber ich habe ein tolles Team aus Freunden, dass es mit mir möglich macht:
AWE, seines Zeichens bester Mensch und unser Live-DJ, und Levon Supreme werden den Großteil des Albums produzieren, sie haben den Soundteppich geschaffen, daher ist es schwierig weitere Produzenten ins Boot zu holen. Jedoch möchte ich gern mit George Airbrush und den Drumkidz zusammenarbeiten, die Jungs treffen auch am ehesten den Sound.
Gibt es schon einen groben Zeitplan für das neue Album? Wann würdest du es gerne veröffentlichen?
Am liebsten noch dieses Jahr, das ist aber nicht drin. Muss ja auch noch ein paar Sachen machen, die ich hasse aber angeblich dafür sorgen, dass ich mal arbeite. Da mir meine Eltern mit Internetverbot die gewisse Vernunft eingeprügelt haben, wird es demnach doch 2012, aber ganz sicher Anfang 2012.
Über Facebook hast du bekannt gegeben, dass du mit Drumkidz zusammenarbeitest. Wie ist es dazu gekommen?
Der roughe Olson nimmt in deren Studio auf und da dem Meosh von den Drumkidz meine Sachen gefallen haben hat sich das dann ergeben. Bin dann mal mit zum Aufnehmen mitgekommen und der Meosh zeigte tolle musikalische Werke, die ich nun verunstalten darf.
Kommen wir noch zu einem kleine Spiel, es wäre nett, wenn du folgende Sätze vervollständigen könntest:
Das neue KAYNBOCK Album ist.. noch in einem schwarzen Loch.
Trümmertetris ist.. nie auf dem Gameboy erschienen.
Live-Shows sind.. der größte Spass seit ich den Alkohol erfunden habe.
Mein aktuelles Album des Jahres ist.. The Weeknd – House of Balloons
Mein aktueller Lieblingssong ist.. Macklemore x Fences – Otherside (Remix)
Vielen Dank für das Interview, die letzten Worte gehören dir..
Ich hasse Sarah Connor.
Fotos by Julian Essink
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