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Fußball, Thailand, Rock und Fitness: Olli Banjo im Interview

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olli banjo 2014

Olli Banjo ist zurück! Nachdem es die letzten Jahre sehr ruhig um den Wahlkölner geworden ist, veröffentlichte er im Mai 2014 sein fünftes Album „Dynamit“, mit dem er auf Platz 17 in den deutschen Album-Charts einstieg. Wir trafen Olli für ein Interview auf der Bavarian Rapsody im Nürnberger Hirsch und befragten ihn unter anderem zur Fußball-WM, zu seinem Backpack-Trip durch Thailand und seinen kommenden Projekten. Außerdem musste er sich einem kleinen Bayerisch-Test unterziehen.

Hallo Olli, ich heiße dich erst einmal willkommen in Nürnberg und bedanke mich zugleich an dieser Stelle, dass du dir nach deinem Auftritt noch Zeit für uns genommen hast.

Banjo: Sehr gerne. Nürnberg, was geht ab?

Wie ich gehörte habe, bist du erst gestern frisch aus Thailand gekommen. Hast du dich dort gut erholt?

Banjo: Also es war zwar geisteskrank und ich will dort nie wieder hin, also zumindest nicht nach Bangkok, aber es war eine super interessante Erfahrung. Ich finde, man muss so etwas einmal gesehen haben.

Inwiefern?

Banjo: Bangkok ist wie Sodom und Gomorra, die Stadt ist vom Teufel besessen. Es geht dort um nichts anderes als Prostitution. Das ist dort alles total verrückt. Es stinkt nach Scheiße, Abgasen und altem Fisch. Dort gibt es viel Armut und die Leute sind total auf Geld fixiert, weil der Tourismus dort quasi die einzige Industrie ist. Für mich als sehr gläubigen Menschen war das alles mehr oder weniger ein Kopffick.

Du hast ja auf Facebook bzw. Instagram ein Bild von einem Haus aus den Slums gepostet. Das war ja schon ein sehr krasse Bild, du hast daraufhin gemeint, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt. Auf Grund dieser Aussage ist dann eine interessante Diskussion unter dem Bild entstanden. Vielleicht möchtest du dich dazu noch einmal äußern.

Banjo: Das Bild hat die Realität gar nicht so wiedergegeben, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Man hat auf dem Bild ein kaputtes Haus gesehen, daraufhin hat jemand darunter geschrieben, dass es so etwas in Berlin-Wedding auch gibt und ich hab darauf mit Nein geantwortet. Du musst einfach dort gewesen sein, allein wie es dort gerochen hat. Es hat einfach nach Müll gestunken, der tagelang bei 45 Grad verkommt. Nebenan war ein Restaurant, bei dem man in die Küche hineinschauen konnte. Was heißt Restaurant? Das war kein Restaurant, das war irgendetwas. Da sind alte Omis mit Fetzen herumgelaufen, das war einfach nicht mehr normal. So etwas gibt es in Deutschland einfach nicht, das war wirklich erschreckend zu sehen.

Waren die Trips in solchen Vierteln nicht gefährlich?

Banjo: Wir waren auf jeden Fall etwas naiv. Wir sind auch nachts unter freiem Himmel in so einem Ghetto-Gym trainieren gegangen. Da waren Autoreifen an die Gewichtsstangen fixiert und wir haben dort mit den ganzen thailändischen Gangstern trainiert. Das war schon etwas verrückt, aber die waren dort alle total freundlich und nett, also wir haben da keinen Stress gekriegt. Jetzt habe ich in Reportagen gelesen, dass dort einer mit einer Machete auseinandergeschnitten worden ist. Zum Glück habe ich das erst gelesen, als ich wieder zurück war. (lacht) Wir sind da wirklich total naiv hineingelaufen, aber das war wirklich alles cool. Man muss auch sagen, dass ich natürlich auch dieses schlimme Bild von Thailand mitbekommen habe mit diesen ganzen kranken Sextouristen. Aber ich habe bei den Thailändern auch so eine spezielle Freundlichkeit entdeckt, die ich wirklich cool fand. Die haben wirklich irre viel Humor. Ich fand die teilweise extrem lustig. Die haben wirklich viel Lebensfreude. Wenn das in Deutschland so abgehen würde, dann würde bei uns eine einzige Depression herrschen.

Du hast dann schon eher einen Backpacktrip gemacht, oder?

Banjo: Das war ein reiner Rucksacktrip. Wir haben auch einen einheimischen Guide gehabt, der uns dort dann Sachen gezeigt hat. Wir waren in Bangkok und in Pattaya, was eigentlich ein noch schlimmeres Moloch ist, wo es noch mehr Prostitution und anderen Schwachsinn gibt. Aber dort gab es einen Strand, deshalb hab ich es dort besser ausgehalten. (lacht) Zum Ausgleich sind wir morgens dann Jetski gefahren. Wir haben uns dort wirklich alles angeschaut, sowohl die schönen Seiten als auch die hässlichen.

Wie ich weiß, bist du gestern wieder zurückgeflogen und gleich auf dem Asta-Festival in Mainz aufgetreten. Wie hast du das geschafft?

Banjo: Ich habe eine Stunde im Hotel gechillt und bin dann gleich auf die Bühne. Dort habe ich irgendeinen Schwachsinn vor lauter Jetlag erzählt und hatte auch wirklich Schwierigkeiten mit den Texten, aber mein Backup hat mir dabei wirklich extrem gut geholfen. Aber das war schon witzig, direkt aus den Flieger auf die Bühne.

War das dein bis jetzt härtester Auftritt?

Banjo: Ne, das nicht. Der härteste Auftritt war in Bremen. Ich bin dort in so einem ganz kleinen Club aufgetreten, der hatte keine Lüftung und keine Klimaanlage. (schaut seinen Backup an) Warst du da dabei, wo ich fast gekotzt habe? (alle lachen) Da hab ich echt fast gekotzt nach meinem Auftritt, das war richtig schlimm.

Quasi Blut, Schweiß, Scheiße, Kotze.

Banjo: Ja genau.

Ich hab heute mit einem Kollegen darüber gerätselt, wer denn von euch heute eigentlich den Fahrerjob von Mainz nach Nürnberg hatte?

Banjo: Das war unser Schlagzeuger Niklas dort hinten. (zeigt auf ihn) Du bist gefahren heute und hast auch schön den Reifen kaputt gefahren, gell? Ach kacke, jetzt hab ich dich vor der Presse verraten. (lacht)

Ach das auch noch? Dazu ist der Verkehr dort auf der Strecke momentan ja sehr überlastet.

Banjo: Das hat heute nichts mit dem Verkehr zu tun gehabt. (alle lachen) Niklas, alles wird gut. (lacht)

Hast du dann wenigstens auf der Fahrt etwas schlafen können?

Banjo: Ne, ich hab mit Niklas Musik gehört.

So kommt man natürlich auch vom Jetlag runter. (lacht) Wie wir alle wissen, bist du ein großer Fußballfan und auch ein begnadeter Fußballspieler.

Banjo: Früher mal, aber heute kann ich nicht mehr so richtig spielen.

Wieso?

Banjo: Ich hab es neulich probiert. Mein Kopf wusste noch, was er für Bewegungen machen will, aber mein Körper hat es nicht mehr so richtig umgesetzt. Das war mir voll peinlich. (lacht)

Die Fußball-WM ist gar nicht so lange her und Deutschland ist bekanntlich Weltmeister geworden. Ich denke, du hast alle Deutschland-Spiele gesehen, oder?

Banjo: Ich habe nicht nur alle Deutschlandspiele gesehen, ich glaube, ich habe jedes Spiel bei dieser WM gesehen.

Was war das beste Spiel?

Banjo: Natürlich Deutschland gegen Brasilien, aber auch Holland gegen Spanien war gut und natürlich das Finale, aber da habe ich keinen Spaß gehabt. Ich hab mich so arg aufgeregt, das hat echt keinen Spaß gemacht.

Wo hast du denn das Finale angeschaut?

Banjo: Das Finale habe ich mit meiner Mutter zuhause in Aschaffenburg geschaut.

Bist du gar nicht auf der Fanmeile gestanden?

Banjo: Ehrlich gesagt, war ich noch nie auf einer. Ich schau das immer daheim mit Kumpels oder eben meiner Mutter.

Hast du dann nach dem Spiel noch gefeiert?

Banjo: Wir sind ja am nächsten Tag gleich nach Thailand geflogen. Das war krass, weil wir mit einer arabischen Airline geflogen sind. Der hat dann irgendetwas auf arabisch und Deutschland gelabert und das ganze Flugzeug hat geklatscht. (lacht) Das war echt geil.

Was waren denn für dich die weiteren Highlights bei dieser WM?

Banjo: Natürlich Schweinsteiger mit dem Cut, der heldenmäßig wieder aufgestanden ist, das war eine super Sache. Mir haben die Brasilianer ziemlich leid getan, weil das war zu hart für die Mannschaft und das Land. Aber auf der anderen Seite war das vielleicht für das Land gar nicht so schlecht. Hätte Brasilien nämlich gewonnen, dann wäre nicht wieder die Aufmerksamkeit auf den armen Menschen gewesen. Ich hoffe, dass sich die Situation für die armen Menschen dort verbessert.

Wer war für dich denn der beste deutsche Spieler?

Banjo: Ich würde sagen Manuel Neuer.

Nach dem Algerien-Spiel würde ich dir auf jeden Fall zustimmen. Du hast auf die Facebookseite von Bayern München gepostet, dass sie bitte Toni Kroos nicht verkaufen sollen.

Banjo: Ja, sehr schade, dass er nach Spanien wechselt.

Wie hast du denn Toni Kroos bei dieser WM gefunden?

Banjo: Richtig gut, ich war ein richtiger Fan von ihm. Im Verein hat er oft nicht so richtig Leistung gebracht, wobei ich da schon immer gesagt habe, dass der Typ ein Taktgeber und eher unauffälliger Spieler ist, den du immer anspielen kannst. Wenn du auch mal Fußball gespielt hast, dann weißt du, dass du, wenn du einmal einen schlechten Tag hast, immer einen Spieler brauchst, den du anspielen kannst und von dem du weißt, dass der keine Fehler macht. Toni Kroos ist so ein Spieler. Er erinnert mich etwas an Zinedine Zidane von früher. Es ist wirklich sehr, sehr schade, dass er jetzt zu Madrid gewechselt ist.

Lass uns mal auf dein Album „Dynamit“ zusprechen kommen. Das war es auch, würde ich sagen.

Banjo: Das war auf jeden Fall Dynamit. (lacht) Ich bin sehr happy damit. Es war die erste Platte, die ich selber produziert habe, darauf bin ich sehr stolz.

Du bist auf Platz 17 eingestiegen, das ist zwei Plätze schlechter als „Kopfdisco“, aber ich denke, man kann damit trotzdem zufrieden sein, oder?

Banjo: Eigentlich nicht, wir haben dieses Mal fast doppelt so viel verkauft. Wir haben halt eine sehr schwere Woche erwischt, in der es viel Konkurrenz gab. Die Zahl in den Charts ist gar nicht so wichtig, „Dynamit“ war auf jeden Fall mein erfolgreichstes Album bis jetzt.

Das freut mich auf jeden Fall, ich persönlich fand es auch sehr stark. Die Veröffentlichung kam aber etwas überraschend. Man hat ja eher mit deinem Rockalbum gerechnet. Warum hast du dich trotzdem dafür entschieden noch einmal ein Rapalbum zu veröffentlichen?

Banjo: Weil Rock einfach viel länger dauert. Wir haben jetzt sieben Songs fertig und jetzt machen wir in Köln die nächsten sechs Songs. Die Wunderkynd-Platte kommt auch bald raus.

Wann darf man damit rechnen?

Banjo: Ich denke im Frühling 2015.

Früher hattest du die nette Angewohnheit vor deinen Alben eine kleine Sparringsrunde einzulegen. Warum gibt es keinen weiteren Sparring-Teil?

Banjo: Der dritte Teil war der letzte und bekanntlich heißt es ja, alle guten Dinge sind drei. Trilogien sind gut. Terminator 4 war ja zum Beispiel auch nicht gut. (lacht) Sparring überlass ich den Leuten, die es können, wie Wesley. (zeigt auf Wesley) Kann ich irgendwie deine Schule grüßen?

Wesley: Ich grüße die Ghostdogs in Erlangen und natürlich das Fight-Gym in Nürnberg. Peace. Und natürlich meine Mama. (lacht) Und meinen Sohn und meine Frau auch.

Eine neues Album und die Tatsache, dass du ja in Deutschland schon eine Größe in der Szene bist, müssten ja Grund genug dafür sein, dass du auch auf dem größten HipHop-Festival in Deutschland auftrittst. Du warst dieses Jahr nicht auf dem Splash, woran lag es denn?

Banjo: Keine Ahnung, da musst du das Splash fragen. Ich weiß es nicht.

Ich fand es schon ein wenig schade, dass du dieses Jahr nicht vor Ort warst.

Banjo: Ich auch. Ich mag das Splash voll gerne.

Letztes Mal warst du 2010, oder?

Banjo: Ja genau.

Das Splash ist ja mittlerweile seit zwei Jahren ausverkauft. Diese Tatsache alleine wäre doch als Rapper schon ein Anreiz gewesen dort aufzutreten.

Banjo: Natürlich, aber ich sage immer, hätte, hätte Fahrradkette. Wir schauen in die Zukunft, nächstes Jahr vielleicht.

Bemühst du dich darum?

Banjo: Ja klar. Et kütt, wie et kütt, sagt man ja in Köln.

Deine Rockplatte haben wir ja bereits erwähnt, du hast vorhin auch gemeint, dass sie 2015 endlich rauskommt. Neulich hast du in einem Interview erwähnt, dass du die alten Sachen alle verworfen hast. Was hatte das für Gründe?

Banjo: Eine Rockplatte zu produzieren ist einfach was anderes als eine Rapplatte. Man muss mit echten Instrumenten aufnehmen und so weiter. Man kann sich kreativ nicht so schnell hinterfragen. Bei einem Rapalbum produziert du auf dem Computer eine neue Nummer, das geht aber beim Rock nicht, weil du das alles selber aufnimmst, das ist richtiges Handwerk. Deswegen hat das auch so ewig gedauert, aber jetzt habe ich meinen Sound gefunden und produzier den zusammen mit den Krauts und Moses Schneider. Ich bin damit sehr, sehr glücklich.

Spielst du dabei dann auch selber Instrumente?

Banjo: Ja, ich hab etwas Gitarre gespielt. Das ist auf jeden Fall eine geile Sache.

Würden dich auch andere Musikrichtungen reizen?

Banjo: Ich bin auch sehr elektronisch beeinflusst, das würde ich auch gern machen, aber ich mache jetzt erst einmal die Rockplatte bevor ich mich wieder verzettel.

Kann man denn mal damit rechnen, dass irgendwann etwas Elektronisches von dir rauskommt?

Banjo: Irgendwann auf jeden Fall, ich hab schon ein paar geile Tracks, aber ich mache jetzt erst einmal die Rockplatte.

Der DJ Olli Banjo.

Banjo: Wer weiß, wer weiß.

Wie ist dann der Künstlername?

Banjo: DJ Wunderkynd? Keine Ahnung. (lacht)

Du hast ja noch ein paar andere Projekte und zwar hast du neulich auf Instagram ein Bild mit Liquit Walker gepostet.

Banjo: Das war nur Unsinn. Wir haben uns auf einer Party getroffen. Die einen haben vegetarisch gegessen, die anderen nur Rippchen, daraufhin haben wir gesagt, wir machen eine Crew „Die frischen Rippchen“ veganer Terror. Es gab eine Meldung auf HipHop.de, aber das war wirklich nur Spaß. (lacht)

Es hätte ja seine können, dass du vielleicht wieder einmal eine Kollaboration an den Start bringst. Was für eine würde dich denn in naher Zukunft reizen?

Banjo: Ich würde gerne einen Song mit den Ärzten machen, das wäre wirklich geil.

Sind die Ärzte deine Lieblingsrockband?

Banjo: Die Beatsteaks finde ich auch cool. Mit diesen beiden würde ich gerne mal einen Song produzieren, das wäre sehr geil.

Mit Bela B hast du ja schon bei deinem Kurzfilm „Kingz“ zusammengearbeitet. Besteht zwischen euch beiden noch Kontakt?

Banjo: Ne, wir haben ja damals diesen Film gemeinsam gedreht und haben uns seitdem gar nicht mehr gesehen. Er hat ja viele Projekte.

Wenn man deinen Instagram-Account verfolgt, stellt man fest, dass du momentan ja extrem viel trainierst.

Banjo: Ja, ich muss mal wieder trainieren, ich bin fett geworden. Bei mir geht es immer hoch runter, hoch runter, das ist echt schlimm.

Der Jojo-Effekt.

Banjo: Olli Jojo, das ist echt verrückt. (lacht)

Man hört, dass du eine Fitness-DVD herausbringen willst?

Banjo: Ich hab in L.A. eine aufgenommen. Wir sind dort mit so einem super Personalcoach in der Hitze rumgehüpft und haben so ein paar Übungen gemacht.

In der Juice hast du neulich erwähnt, dass dir dein Fitness-Trainer ein ganz spezielles Trainingsprogramm verordnet hat. Er hat gesagt, dass du dabei essen kannst, was du willst und wirst am Ende des Sommers ein Sixpack haben. Wie schaut denn dieses Fitnessprogramm aus?

Banjo: Ja, du kannst wirklich essen was du willst. Er hat mir erklärt, dass du deine Kohlenhydrate um das Training legen musst. Du hast dann sozusagen so ein anaboles Fenster. Das heißt, wenn du richtig hart trainiert hast, kannst du in dem Zeitraum von einer Stunde nach dem Training alles essen, was du willst.

Wesley: Das ist der After-Burn-Effekt.

Banjo: Das ist auf jeden Fall eine geile Sache. Wenn du viel trainierst, kannst du auch viel essen.

Hast du dann vielleicht ein paar Tipps für uns? Was für Fitnessübungen würdest du denn uns empfehlen?

Banjo: Auf jeden Fall viel die Beine trainieren. Viel Salat essen, er schrumpft nicht den Bizeps. (lacht) Also Beintraining ist wirklich wichtig, das hat auch einen anabolen Effekt. Bei Kniebeugen wird das ganze Blut bis zum Herzen gepumpt. Das heißt, wenn du deine Beine trainierst, dann wachsen deine Muskeln auch oben schneller. Dann sollte man eine Woche leichte Gewichte mit viel Wiederholungen benutzen und die andere Woche ganz schwere Gewichte, wo du nur fünf Wiederholungen packst. Also immer variieren und immer neue Reizpunkte setzen. Aber das sagt sich natürlich so einfach, schau mich nur an. Ich muss auch erst einmal wieder reinkommen.

Wie oft trainierst du die Woche?

Banjo: Wenn ich richtig im Schuss bin, dann trainiere ich fünfmal in der Woche. Aber momentan trainiere ich gar nicht, das ist echt blöd. Ich bin halt voll der Extremmensch.

Du bist hier ja auf einem bayerischen HipHop-Festival und bist bekanntlich selber aus Bayern. Verfolgst du auch etwas die bayerische Szene?

Banjo: Nicht so richtig, ehrlich gesagt.

Kennst du denn bayerische Rapper bis auf diejenigen, die hier aufgetreten sind?

Banjo: Ich kenne Blumentopf aus München und ich kenne Automatikk aus Nürnberg. (überlegt und schaut zu Cr7z) Chris kenn ich natürlich. Woher kommst du eigentlich?

Cr7z: Aus Rosenheim, aber eigentlich aus Berlin. Wohne aber schon 25 Jahre in Rosenheim.

Banjo: Super Rapper auf jeden Fall, gebt euch seine Sachen.

Sagt dir Edgar Wasser was?

Banjo: Habe ich jetzt schon öfter gehört, aber kenne keine Musik von ihm.

Da du hier auf einer bayerischen HipHop-Jam bist und ja auch selber aus Bayern kommst, wollen wir zum Abschluss des Interviews testen, ob du denn auch bayerisch verstehst. Wobei man ja sagen muss, dass du aus Franken kommst.

Banjo: Richtig, aus Oberfranken, aus Aschaffenburg, da spricht man eigentlich schon hessisch.

Dein ehemaliger Backup Mädness kommt ja auch aus Hessen.

Banjo: Genau.

Habt ihr eigentlich noch Kontakt?

Banjo: Auf jeden Fall. Er hat ja jetzt seine eigene Biermarke gegründet.

Was? Wirklich?

Banjo: Ja, er verkauft jetzt Bier. „Gude“ heißt es. Die verkaufen sogar Pullis und T-Shirts davon. Er verkauft im ganzen Frankfurter Umfeld im großen Stile Bier.

Das wusste ich jetzt gar nicht, aber ich finde die Idee gut.

Banjo: Das Bier soll sogar richtig gut schmecken.

Rappt er denn auch noch?

Banjo: Ja er rappt noch und bringt auch bald eine neues Album heraus. Er hat außerdem ein Theaterstück mit dem einen Teil von Badesalz. Also bei ihm läuft es.

Sein Bruder ist ja auch beim Rappen gut mit dabei.

Banjo: Richtig, Döll. Das ist auch ein sehr talentierter Rapper.

Ich hätte jetzt aber ein paar Begriffe für dich. Mal sehen, ob du sie übersetzen kannst.

Banjo: Oachkatzel Schwoaf.

Den kennt jeder, was heißt es?

Banjo: Eichhörnchenschwanz, oder?

Natürlich. Ich hab das neulich einen Spanier gefragt, der konnte es nicht aussprechen. Aber wollen wir nun anfangen: Mi beidelts.

Banjo: Mich hat es hingehauen vielleicht? (überlegt) Ne, ich kenn es leider nicht.

Mich friert es.

Banjo: Ah mich friert es. Wo kommt das her? Mich beutelts, oder was? (lacht)

Gib a mal die Blunzen her.

Banjo: Gib mal den Fußball her.

Genau, das dachte ich mir schon, dass du das errätst. Dann das nächste Wort: dabatzn.

Banjo: Dabatzn? Ich kenn Obatzten. Oh Gott, ich hab keine Ahnung.

Etwas zerlegen.

Banjo: Zerlegen?

Ja.

Banjo: Okay.

Des is ja a Ramasuri.

Banjo: (Überlegt) Klingt nach einem italienischen Kräuterschnaps. (lacht)

Das ist ja ein großes Durcheinander.

Banjo: Ah.

Du bist ja a alte Ratschkattl.

Banjo: Du bist ja eine alte Tratschtante?

Richtig! Ich würde sagen, dass wir es damit auch belassen. Ich bedanke mich bei dir, dass du dir trotz Jetlag Zeit für uns genommen hast. Die letzten Worte gehören dir.

Banjo: Was geht ab Leute des gepflegten Wortsports? JD’s Rap-Blog war hier in Nürnberg im Hirsch am Start. Mein Name ist Olli Banjo und ich bedanke mich bei euch. Kauf meine Platte „Dynamit“. Wir sehen uns.

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