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Ruhestörung durch laute Musik: Rechte der Mieter und Vermieter

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Wer sich ein Konzert von Umse nicht entgehen lässt, wird sich zuvor sicher mit dem neuen Album „Kunst für sich“ auf den Abend einstimmen. Auch meine Freunde haben ihre Stereoanlage in der WG aufgedreht, schließlich müssen die verschachtelten und poetischen Texte zum Wochenende sitzen. Doch die laute Musik rief gleich drei Nachbarn auf den Plan, die ihre Beschwerde direkt an den Vermieter weitergaben.

Stellt sich die moralische Frage, ob die Hausbewohner meine Freunde nicht erst persönlich hätten ansprechen sollen? Sicher, doch letztlich können diese im Falle einer Ruhestörung durch laute Musik ihre Rechte nur über den Vermieter durchsetzen. Und so stellte ich mir die Frage, welche Rechte ein Mieter einfordern und wie der Vermieter seinerseits in einer solchen Situation vorgehen kann. Denn schallt es aus der Nachbarwohnung, hängt das rechtliche Vorgehen stets von der Dauer und Art der Ruhestörung sowie Einsicht des Mieters ab. Was ist als Musik liebender Mieter also zu beachten?

Ruhezeiten einhalten und die Nachbarschaft pflegen

Insbesondere in Universitätsstädten gibt es mittlerweile einige Häuser, in denen Vermieter einen Pool an ausschließlich jungen Leuten als Mieter vorsehen – in der Voraussicht, eben keine Beschwerden über eine aufgedrehte Stereoanlage zu erhalten. Doch bewohnen Familien oder Senioren ebenfalls das Haus, sollten Mieter die gesetzlichen Ruhezeiten von 13 bis 14 sowie 22 bis 7 Uhr einhalten. In diesen Phasen gilt es, Zimmerlautstärke einzuhalten und eigene Hip-Hop-Sessions mit Bassgitarre und Schlagzeug zu vermeiden. Wird die Stereoanlage im Falle einer WG-Party am Wochenende aufs Äußerste hochgedreht, ist es ratsam, den Nachbarn im Voraus Bescheid zu geben oder sogar selbst einzuladen.

Ruhestörung durch laute Musik: Ein Grund, das Mietverhältnis zu beenden

Anders verhält es sich mit Mietern, die regelmäßig laut Musik hören und ihre Nachbarn damit einer unzulässigen Lärmbelästigung aussetzen. Meine Freunde wurden im Vorfeld abgemahnt und haben daraufhin die Lautstärke reduziert. Hätte die Ruhestörung nach wie vor bestanden, so wäre der Vermieter im Recht gewesen, den Mietvertrag fristlos zu kündigen. Dem Beenden des Mieterverhältnisses kann im Vorwege eine Klage auf Unterlassung oder Schadensersatz seitens des Vermieters vorausgehen. Denn dieser muss in erster Linie für das Wohlbefinden der gestörten Bewohner sorgen und kann im Extremfall das Mietverhältnis als unzumutbar deklarieren.

Die Rechte der Mieter

Verklagt der Vermieter die Ruhestörenden auf Schadensersatz, so liegt das oftmals daran, dass Mieter, die sich belästigt fühlen, zuvor eine Mietminderung verlangt haben, die um bis zu zehn Prozent realisiert werden kann. Daneben können Bauvorhaben eingefordert werden, solange die Schallisolierung in einem Haus unzureichend ist. Doch so weit sollten es Liebhaber lauter Musik und Home-Sessions gar nicht erst kommen lassen – zumal ein schlechtes Verhältnis zur Nachbarschaft und dem Vermieter auf die Dauer zur Nervenprobe werden kann.

Bild: © istock.com/mphotoi

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